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Dauerausstellung im Haus des Gastes

Historische Ansichtskarten dokumentieren die 100-jährige „Haus des Gastes“ – Geschichte in Bad Waldliesborn

Bad Waldliesborn – Pünktlich zum 100-jährigen Jubiläum des „Haus des Gastes“ in Bad Waldliesborn präsentiert die Touristik und Marketing GmbH eine Dauerausstellung von vergrößerten historischen Ansichtskarten aus der überaus wechselvollen Geschichte dieses markanten Hauses Ecke Quellenstraße/Walkenhausweg.

Von den Bad Waldliesborner Heimatfreunden Klaus Luig und Volker Sturm, aus dessen umfangreicher Ansichtskarten-Sammlung die historischen Aufnahmen stammen, wurde das Projekt in die Tat umgesetzt. Insgesamt 27 Ansichtskarten dieses Hauses wurden von ihnen fototechnisch vergrößert, gerahmt, mit Text und Untertiteln versehen und im Vorraum des Kaminzimmers im „Haus des Gastes“ nun der Öffentlichkeit in einer Ausstellung zugänglich gemacht.

Mit dem Bau des heutigen „Haus des Gastes“ wurde 1908 begonnen, im Jahre 1909 wurde es als Hotel und Gaststätte fertig gestellt und vom damaligen Erbauer Hermann Feldmeyer aus Liesborn bezogen und betrieben. Doch bereits 1916 musste er sein gesamtes Anwesen verkaufen. Neuer Besitzer wurde der Lippstädter Gastronom Bernhard Giebeler, der seiner Gaststätte und dem Hotel den Namen „Kurhotel Hubertusburg“ gab. Doch auch Giebeler konnte sich nicht lange halten und musste 1922 verkaufen. Käufer waren die damaligen Kreise Beckum und Wiedenbrück, die hier nun nach einem Umbau ein Kinderheim einrichteten, dem sie den Namen „Franziskushaus“ gaben und Schwestern der Olper Franziskanerinnen mit der Leitung und Verwaltung des Hauses beauftragten. Fünfzehn Jahre lang wurden hier dann segensreich Kinderkuren für Kinder aus den Kreisen Beckum und Wiedenbrück unter der Verantwortung der Ordensschwestern  durchgeführt. Aber schon Ende 1935 drängten die damaligen Machthaber auf einen Wechsel in der Hausleitung, der schließlich im April 1937 durch die Einsetzung einer weltlichen, den Nazis gefälligen Heimleiterin vollzogen wurde.
Bis 1939 wurden unter dieser neuen Leitung weiterhin Kinderkuren durchgeführt. Nachdem das Kinderheim kurze Zeit nicht belegt war, wurden hier in den Kriegsjahren bis Ende 1943 Mütterkuren für erholungsbedürftige Frauen und Mütter aus dem Raum des Gaues Westfalen-Nord der NSDAP durchgeführt. Durch eine Verfügung des Landrates in Beckum wurde das Kinderheim dann am 3. Dezember 1943, also in der Endphase des Zweiten Weltkrieges, durch eine Verfügung zu einem Ausweichkrankenhaus erklärt.
Anfang des Jahres 1945 versuchte man das Haus mit evakuierten pflegebedürftigen Senioren zu belegen. Dazu kam es aber nicht mehr, denn als am 1. April 1945 hier mit dem Einmarsch der Amerikaner der Zweite Weltkrieg beendet war, zogen vorübergehend amerikanische Soldaten in das ehemalige Kinderheim ein. Ihnen folgten bald ehemalige russische, dann polnische Fremdarbeiter, die bis November des Jahres 1945 blieben.
Von 1946 bis 1961 diente das Haus dann wieder unter dem Namen „Kinderheim der Kreise Beckum und Wiedenbrück“ und unter der Leitung der Olper Franziskanerinnen (bis 1951) und der Hedwigschwestern (bis 1961) als Erholungsstätte für Kinder. Im Jahre 1962 wurde das Haus von der Bad Waldliesborn GmbH angemietet, um hier das „Haus der Kurgäste“ einzurichten, im Jahre 1968 wurde es schließlich durch die Kurverwaltung von den Kreisen Beckum und Wiedenbrück gekauft. Nach einem Umbau des alten Gebäudes und dem Anbau eines großzügigen Kurtheaters erhielt der Gesamtkomplex im Jahre 1984 sein heutiges Aussehen.

Heute dient das Haus der Touristik & Marketing GmbH im Erdgeschoss als zentrale Serviceeinrichtung für die Bad Waldliesborner Kurgäste (Kurtheater als zentraler Veranstaltungsort, Leseräume, Kaminzimmer, Foyer des Kurtheaters als Raum für wechselnde Kunstausstellungen, usw.).

Zusammengestellt von Herrn Klaus Luig

Zu den Fotos:

1.
Die älteste Ansichtskarte der Ausstellung aus dem Jahre 1909: Gasthof Hermann Feldmeyer, Bad Eichholz (heute: Bad Waldliesborn)
AK-Sammlung: Volker Sturm

2.
Ansichtskarte aus dem Jahre 1915: Kurhotel „Hubertus-Burg“, Besitzer war damals Bernhard Giebeler
AK-Sammlung: Volker Sturm

3.
Ansichtskarte aus der Zeit des Kreiskinderheimes aus dem Jahre 1931: Kinder des Heimes kommen vom Solebad zurück
AK-Sammlung: Volker Sturm